Wohnhaus
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen und Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgen & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Co. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Das viergeschossige Wohnhaus Schützenhofstraße 12 wurde um 1900 errichtet. Es zeigt eine vierachsige Fassade mit Stuckgliederung und -dekor im historischen Stil (neobarocke Detailformen mit einem Jugendstileinfluß) mit originalen Fenster . Im Hausinnern ist erhaltungswürdig. Ein Terrazzofußboden im Hausflur, eine Holztreppe mit Holzgeländer und originale Wohnungseingangstüren im Treppenhaus sowie die originale Grundrißstruktur der Wohnungen. Das o. g. Haus stellt eine ästhetische Variante des Nachbarhauses Nr. 14 dar. Mit den Bauten Nr. 6, 8, 10 bildet das o. g. Objekt eine Gruppe von Häusern, die in Maß, Proportion und Stil (Historismus mit Jugendstileinfluß) untereinander korrespondieren und die ihrerseits einen Bestandteil des städtebaulichen Ensembles von Gründerzeitbauten (Schützenhofstraße, Hacketäuerstraße) bilden, das das Erscheinungsbild dieser Gegend wesentlich prägt.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2583- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Schützenhofstraße 12 , 51063 Köln
- Stadtteil
- Mülheim
- Baujahr
- um 1900
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 23.07.1984
- Koordinaten
50.97132° N, 7.00850° E