Wohn- u. Geschäftshaus
Erbaut: 1904 (inschriftl. datiert), Eckhaus zur Neusser- und Balthasarstraße; 4 Geschosse, ausgebautes Mansardgeschoß mit originalen Gauben; 3:7 Achsen, abgeschrägte Ecke mit hohem Ziergiebel, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Erdgeschoß mit Ladeneinbauten. Fassade zur Neusser Straße: Mittelachse durch Erker auf rechteckigem Grundriß (mit inschriftlicher Datierung) mit Ziergiebel besonders betont, Wohnhauseingang in linker Achse; Fassade zur Baltharsarstraße: 2. und 3. Achse von rechts durch Erker auf rechteckigem Grundriß mit Ziergiebel besonders akzentuiert; Versprung des Kranzgesimses zwischen 4. Achse von rechts und 3. Achse von links. Fenster und Türen erneuert. Rückseite verputzt, Fenster original, Hoftür (Holz) und -Fenster (Metallrahmungen mit geometrischen Motiven) original. Im Innern original: Im Eingangsbereich: Fliesen-Bodenbelag, Wandfliesen im Sockelbereich, sparsamer Wand- und Deckenstuck, Terrazzoboden, schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf.
Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurden u. a. auch die Neusser Straße und die Baltharsarstraße ausgebaut. Das o. g. Objekt befindet sich im sog. Dreikönigenviertel, einem um die Jahrhundertwende überwiegend von Arbeitern bewohnten Quartier, östlich des Güterbahnhofs. Dementsprechend ist bzw. war die Bebauung verhältnismäßig schlicht. Das nach wie vor als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Objekt gehört jedoch aufgrund seiner Fassadengestaltung noch deutlich zur aufwendigeren Bebauung der Neusser Straße: alle drei Schauseiten sind mit organisch geschwungenen und geometrischen Motiven dekoniert. Die Vertikale wird besonders durch die von Ziergiebeln bekrönten Erker und die regelmäßige Abfolge gliedernder Kolossalpilaster betont. Insbesondere sie verleihen dem Bau einen repräsentativen Charakter. Seine äußere Gestalt und seine Lage an der Straßenkreuzung Neusser-/ Balthasarstraße weisen dem Wohn- und Geschäftshaus eine besondere städtebauliche und stadtbildprägende Bedeutung zu. Es akzentuiert die Ecke im Südwesten des Kreuzungsbereiches und leitet zur Gründerzeitbebauung der Baltharsarstraße über. Das große Mietstockwohnhaus, das den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überdauert hat, dokumentiert in seiner Gesamtheit das ursprüngliche Erscheinungsbild der Stübbenschen Stadterweiterung und ist unverzichtbarer Bestandteil des Kölner Ensembles Neustadt/Nord.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_7212- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Neusser Straße 41 , 50670 Köln
- Stadtteil
- Neustadt/Nord
- Baujahr
- 1904
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 15.09.1994
- Koordinaten
50.95279° N, 6.95686° E