Wohnhaus
Erbaut: 1923-25; Architekt: Goswin Baumhögger; Bestandteil der einheitlich gestalteten Wohnhausgruppe (Pauliplatz 1-3a; Paulistr. 1-11); zwei-, zur Ecke hin dreigeschossiges, trauf- und giebelständiges, in Nachbarbebauung eingebundenes Eckgebäude mit rechtwinklig zurückspringender Ecke, zum Teil ausgebautem Dachgeschoß, im Heimatstil mit expressionistischen Details; Mehrfamilienhaus; verputzter Sockel (scharriert); Putzfassaden; Holzfenster (erneuert) und Kunststofffenster (neu); konsolenartige Fenstersohlbänke (scharriert); breites, profiliertes Trauf- bzw. Geschoßgesims;
Straßenfront (Paulistr.): vier Fensterachsen (Putzfensterumrahmung): zwei zweigeschossige mit Satteldach (Gaube, erneuert) und zwei dreigeschossige mit Walmdach;
Ecke Paulistr. / Pauliplatz: dreigeschossig, traufständig; erhöhter Eingangspodest mit hoher Einfriedungsmauer (wohl später erneuert) auf der nördlichen und östlichen Seite; südliche Seite: westlich Eingangsachse (breite, profilierte Eingangsumrahmung mit geradem Sturz darüber Segmentbogenblende) mit runden Treppenhausfenstern; Geschoßgesims über 1. Obergeschoß; westliche Seite: südlich Fensterachse (Putzfensterumrahmung); zwischen Geschoßgesims über 1. Obergeschoß und 2. Obergeschoßfenstern: konkav zurückspringender Wandbereich, darüberliegende Hausecke zum Pauliplatz hin abgeschrägt;
Straßenfront (Pauliplatz): dreigeschossig, giebelständig; 3 Fensterachsen (profilierte, scharrierte Putzfensterumrahmung); Geschoßgesims über 1. Obergeschoß; 2. Obergeschoß konkav dann abgeschrägt eingezogen, mit Drillingsfenster (profilierte Rahmung, Wandflächen mit Ornament); zackenförmiges Giebelfenster;
Rückfront: winkelförmig; verputzt; einfache, unprofilierte Fenstersohlbänke (erneuert); drei und zwei Fensterachsen; südwestlich Balkonachse;
Im Inneren original erhalten: ursprünglich Einspänner, Erd- und 2. Obergeschoß in zwei Wohnungen aufgeteilt; Treppenhaus: Erdgeschoß: Bodenfliesen, Treppen und Absätze: Kunststein, Erdgeschoß: Metallhandlauf ansonsten Holzgeländer mit gedrechselten Stäben, untere Wandzone und Wohnungstürumrahmung: Sandsteinverkleidung; eine Wohnung im Erdgeschoß: teilweise Parkett, abgeschrägter, profilierter Deckenübergang (Stuck); 1. Obergeschoßwohnung: originaler Grundriß, teilweise originaler Stuck (abgeschrägter, profilierter Dekkenübergang, Rosetten), teilweise originales Parkett; Dachgeschoß: Dielenboden, teilweise originale Holztüren; Keller: Backsteinmauern, Betondecke;
Der Vorgarten (Rabatte mit Büschen) sowie Einfriedungsmauer und der Hofbereich sind Bestandteile des Denkmals.
In der Besiedlungsgeschichte des vormals von schlichten Arbeiterhäusern bestimmten Vorortes Braunsfeld setzt mit der Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98 eine Wende in Bezug auf den Charakter des Vorortes zu einer Bebauung mit Villen und großbürgerlichen Mehrfamilienhäusern ein. Das Wohngebiet am Südrand des Industriegebietes von Ehrenfeld-Braunsfeld mit seiner Nähe zur Aachener Straße und der gleichzeitigen Nähe zum Villenviertel in Braunsfeld und Lindenthal, südlich der Aachener Straße, besaß zwar auch eine günstige Lage, konnte aber zunächst nicht erschlossen werden. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz (der ehemalige Maarhof mit seinen Ländereien) verhinderte hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Siedlungsentwicklung. Erst 1913 begann der ehemalige Hof- und Grundbesitzer Josef Pauli mit einer Wohnbebauung an der Paulistraße, und zwar abseits der Aachener Straße. Siedlungsansatz bildete eine großzügige Platzgestaltung, nämlich die des um 1914/15 angelegten Pauliplatzes.
Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil der Erstbebauung dieses Terrains sowie Teil einer geschlossenen, gestalterisch einheitlichen Bauzeile, die sich um den Pauliplatz, Paulistraße gruppiert. Zu dem Denkmalensemble (zwei- bis dreigeschossige Wohnhausgruppe (Pauliplatz Nr. 1-3a; Paulistr. 1-11) mit Balkonen, Putzfassaden und Stuckgliederungen) sind auch die 1914 von Josef Alsdorff entworfenen Gebäude Paulistr. 36-46 zu zählen. Die von der Gartenstadtidee inspirierte und im Heimatstil mit expressionistischen Details errichtete Bebauung um den Pauliplatz, die weitgehend im alten Stil erhalten ist, stellt städtebaulich ein mustergültiges Beispiel der 10er und 20er Jahre-Architektur dar, durch die der Stadtteil Braunsfeld im Bereich zwischen Maarweg, Aachener, Peter-von-Fliesteden- und Stolberger Straße maßgeblich geprägt wird.
So wird das o.g. Objekt unverzichtbares bauliches Dokument für die frühe Ausbauphase Braunsfelds.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8279- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Paulistraße 11 , 50939 Köln
- Stadtteil
- Braunsfeld
- Baujahr
- 1923 bis 1925
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 02.03.1998
- Koordinaten
50.93798° N, 6.89840° E