Wohnhaus
Erbaut: 1924/25; Bauträger: Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG); Architekt: Fritz Hans Kreis (tech. Direktor der GAG); ursprünglich westliches Eckhaus der symmetrisch angelegten Dreierhausgruppe Malmedyer Straße 7-11 (Haus-Nr. 13 später angebaut); 2 Geschosse; Souterrain; Dachgeschoß (erneuert) und Spitzboden (neu) ausgebaut; unterschiedliches Garten- und Straßenniveau; weit vorkragendes Sattel- bzw. Walmdach; Rauhputzfassade; expressionistische Formensprache; Holzfenster (erneuert); Gauben (erneuert); im Zweiten Weltkrieg zu 70% zerstört (Auskunft des Eigentümers);
Straßenseite: 3 Fensterachsen und eine aus Symmetrie-Gründen östlich gelegene Eingangsachse; Eingang (Backsteinrahmung) bildet zusammen mit dem Eingang und Vorbau von Haus-Nr. 9 den gestalterischen Mittelpunkt der Dreierhausgruppe; originale Holzeingangstür mit Verglasung und Oberlicht;
Gartenseite: südöstlicher Vorbau: im Souterrain ursprünglich als überdachter Sitzplatz (heute geschlossen, originale Holzsouterraintür), im Obergeschoß als Balkon (originales Balkonmetallgitter), darüber neuer Dachbalkon; südwestlich etwas zurückgesetzte Achse mit Loggia im Erd- und Obergeschoß; Souterrain: Backsteinverkleidung, zwei neue Fenstereinbrüche; Erdgeschoß: Fenster mit Klappläden;
Im Inneren original erhalten: Treppenhaus: Holztreppen, Geländer (später mit Holz verschalt);
Die straßenseitige Einfriedung (Backsteinmauer), der Vorgarten und der Garten (überwiegend Rasen, teilweise Büsche) sind Bestandteile des Denkmals.
Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto MüllerJena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Aber auch die GAG, die zwischen Aachener- und Malmedyer Straße eigene Grundstücke und Pachtland von der Stadt Köln besaß, prägte in dieser Zeit das Erscheinungsbild des Areals. Eine Gärtnerei der Wohnungsbaugesellschaft entstand hier und auf eigenem Grundstück wurde 1924/25 eine repräsentative Dreierwohnhausgruppe (Malmedyer Str. 7-11) errichtet, an die in den 1930er Jahren (vor 1937) noch die Malmedyer Str. 13 angebaut wurde. Architekt dieser "Reihenhausvillen" war Fritz Hans Kreis, technischer Direktor der GAG, der selbst in die Malmedyer Str. 9 einzog. Die in ihrer Kubatur und Struktur noch weitestgehend erhaltene, symmetrisch angelegte Dreierhausgruppe ist ein wichtiges Beispiel für die gehobene bürgerliche Wohnkultur der 1920er Jahre, in der noch Dienstpersonal eingeplant wurde. Die Architektur zeigt Einflüsse der expressionistischen Formensprache (weit vorkragendes Walmdach, Backsteinverzierungen).
Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Dreierhausgruppe Malmedyer Straße 7-11, als wichtiges Objekt der Erstbebauung und somit als Dokument der Siedlungsentwicklung von Müngersdorf/Braunsfeld in der Zwischenkriegszeit ist die Malmedyer Straße 11, trotz Veränderungen in der Nachkriegszeit, ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8303- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Malmedyer Straße 11 , 50933 Köln
- Stadtteil
- Müngersdorf
- Baujahr
- 1924 bis 1925
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 18.05.1998
- Koordinaten
50.93832° N, 6.88862° E