Niehl liegt am linken Rheinufer im Norden Kölns und gehört zum Bezirk Nippes. Der alte Ortskern entstand dort, wo die römische Straße von Neuss nach Köln auf das Rheinufer trifft. Niehl wird erstmals 927 erwähnt und blieb bis ins 20. Jahrhundert ein Fischerdorf am Rhein. 1888 wurde es nach Köln eingemeindet.
Den grundlegenden Wandel brachten die 1920er-Jahre. Mit dem Bau des Niehler Hafens ab 1922 entstand einer der größten und modernsten Industrie-Umschlagplätze am Rhein. Den entscheidenden Schub brachte die Ansiedlung der Ford-Werke: Oberbürgermeister Konrad Adenauer lockte das Unternehmen 1929 von Berlin nach Köln; ab 1931 lief die Produktion. Heute sind die Ford-Werke der wichtigste Industriestandort Kölns – mit der deutschen und europäischen Hauptverwaltung, Werksanlagen und tausenden Arbeitsplätzen.
Niehl ist ein Stadtteil der Kontraste: Im Norden dominieren Hafen, Ford, petrochemische Betriebe, Heizkraftwerk und Müllverbrennungsanlage. Im Süden und Westen liegen Wohngebiete, darunter Häuserzeilen, die ab den 1950er-Jahren für Ford-Arbeiter gebaut und später zur Solarsiedlung umgebaut wurden.
Sehenswert ist das „Niehler Dömchen", die kleine Kirche St. Katharina, dazu das Rheinufer mit Auenwiesen.