Andreas-Gryphius-Str.
Benannt nach Andreas Gryphius (1616–1664), neben Martin Opitz und Christian Hofmann von Hofmannswaldau dem bedeutendsten Lyriker und Dramatiker des deutschen Barock. Gryphius wurde am 2. Oktober 1616 im schlesischen Glogau (heute Głogów) als Sohn eines streng protestantischen Geistlichen geboren. Mit 21 Jahren publizierte er die Lissär Sonette (1637) — 31 religiöse und weltliche Sonette, in denen er die strenge Form mit antithetischer Bildsprache zur Hochform brachte. Als Dramatiker begründete Gryphius das deutsche „Schlesische Kunstdrama": seine Trauerspiele (Leo Armenius 1646/47, Catharina von Georgien, Cardenio und Celinde, Carolus Stuardus) schöpften aus antiken, niederländischen (Vondel) und französischen (Corneille) Vorbildern und behandelten die typisch barocken Themen Tyrannenmord, Vanitas und Märtyrertum. Ab 1650 wirkte Gryphius als Rechtsanwalt der Glogauer Stände; 1652 wurde er in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen, 1662 erhielt er den Beinamen „Der Unsterbliche". Er starb 1664 mit 48 Jahren an einem Schlaganfall. Die Buchheimer Andreas-Gryphius-Straße gehört zum Schlesien-Quartier, das nach 1945 angelegt wurde — Gryphius ist einer der drei großen Schlesier (mit Angelus Silesius und Jakob Böhme), die in Buchheim mit eigenen Straßen geehrt sind.
Quellen: