Bertha-Sander-Str.
Benannt nach Bertha Regina Sander (1901–1990), in Köln geborener jüdischer Innenarchitektin, die in der Weimarer Republik zu den führenden weiblichen Raumgestalterinnen Deutschlands zählte. Im Februar 1924 eröffnete Sander mit nur 23 Jahren ihr eigenes Büro im Elternhaus in Köln-Lindenthal und unterrichtete an den Kölner Werkschulen. Sie entwarf Bibliotheken, Kinderzimmer, Möbel, Stoffe und Tapeten und beschäftigte zeitweise vier Schreiner, einen Dekorateur und einen Maler. 1935 floh sie vor dem Nationalsozialismus nach England; ihre Stellung verlor sie für immer. Sie starb 1990 verarmt und vergessen in Bodiam (East Sussex). Erst seit den 2010er Jahren wurde ihr Werk wiederentdeckt und in Köln aufgearbeitet — die Straße in Ossendorf gehört zu den späten Wiedergutmachungs-Akten der Stadt für ihre vertriebene jüdische Künstler-Bürgerschaft.
Quellen: