Carl-Brisch-Str.
Benannt — im Jahr 2000, zum 100. Todestag — nach Carl Brisch (1845–1900), jüdischem Religionslehrer und Historiker, der über drei Jahrzehnte das jüdische Leben in Mülheim am Rhein prägte. Brisch wurde im posenschen Obersitzko geboren, kam 1871 nach Mülheim und übernahm dort den Religionsunterricht für jüdische Schüler, die die evangelische Volksschule besuchten — ein damals gängiger Modus für die kleine jüdische Gemeinde Mülheims. Sein bedeutendstes Werk ist die zweibändige Geschichte der Juden in Cöln und Umgebung aus ältester Zeit bis auf die Gegenwart (1879/1882), eine der ersten umfassenden Darstellungen der rheinischen jüdischen Geschichte. Die Straße liegt vor dem Genoveva-Gymnasium, dessen Vorgängerschule, das städtische Lyceum, Brisch von Mülheim aus mitbetreute. Mit der Benennung würdigt Mülheim die jüdische Geschichte des Stadtteils, die durch Verfolgung und Shoah weitgehend ausgelöscht wurde.
Quellen: