Etzelstr. (Porz)
Benannt nach Etzel, dem Hunnenkönig im Nibelungenlied. Etzel ist die literarische Figur des historischen Hunnenkönigs Attila (gestorben 453 n. Chr.), der das machtige Hunnenreich von der Donau aus regierte und im 5. Jahrhundert große Teile Europas in Furcht und Schrecken versetzte. Im Epos jedoch ist Etzel keinesfalls der grausame Tyrann: er ist ein würdiger, gerechter König, der nach dem Tod seiner ersten Frau Helche um Kriemhild wirbt. Sie heiratet ihn und gebart ihm einen Sohn (Ortlieb). Erst Kriemhild's Rache-Plan und die Einladung der Burgunder an seinen Hof führen in die Katastrophe; Etzel selbst durchschaut zu spät das Komplott seiner Frau. Sein gemeinsamer Sohn mit Kriemhild wird in der Saalschlacht von Hagen geökepft – ein Symbol für den Untergang aller Hoffnungen. Die Wandlung des historischen Attila zum versöhnlichen Etzel zeigt, wie sich Geschichte über 750 Jahre in der Volksüberlieferung umformte.
Quellen: