Georg-Elser-Str.
Benannt nach Johann Georg Elser (1903-1945), schwäbischem Schreiner und einem der mutigsten Einzelkämpfer im deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Elser plante in monatelanger Vorbereitung allein und ohne Komplizen ein Attentat auf Adolf Hitler: in den Nächten ab August 1939 höhlte er eine Säule im Bürgerbräukeller in München aus und installierte dort einen selbstgebauten Zeitzünder. Am Abend des 8. November 1939 – dem 16. Jahrestag des Hitlerputsches – explodierte die Bombe während Hitlers traditioneller Rede; Hitler hatte den Saal wegen Nebels jedoch 13 Minuten früher verlassen. Acht NS-Funktionäre starben, 63 wurden verletzt. Elser wurde noch am selben Abend an der Schweizer Grenze gefasst. Bis 1945 war er in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau in "Sonderhaft"; auf direkten Befehl Heinrich Himmlers wurde er am 9. April 1945 – nur vier Wochen vor Kriegsende – im KZ Dachau ermordet. Elsers Tat blieb lange in der bundesdeutschen Erinnerung randständig; erst seit den 1990er Jahren wird er als der bedeutendste deutsche Einzeltäter des Hitler-Widerstandes anerkannt.
Quellen: