Gudrunstr. (Porz)
Benannt nach Gudrun, der Heldin des mittelhochdeutschen Heldenepos "Kudrun" (um 1230-1240) – häufig als das "weibliche Pendant zum Nibelungenlied" bezeichnet. Gudrun ist die Tochter des Königs Hettel von Hegelingen; nach Hettels Tod wird sie von Hartmut von Ormanie geraubt, der ihre Hand erzwingen will. Statt sich zu fügen, weigert sie sich 13 Jahre lang standhaft – sie wird zur Strafe als Magd am Strand zum Wäschewaschen gezwungen. Schließlich befreit ihr Bruder Ortwin und ihr Verlobter Herwig sie in einer epischen Seeschlacht. Die "Gudrun-Sage" ist eines der bedeutendsten mittelhochdeutschen Epen und gehört zum erweiterten Nibelungen-Sagen-Kreis: sie verkörpert die ungebrochene Treue, das geduldige Ausharren und schließlich den Sieg über das Böse. Im 19. Jh. wurde Gudrun zur Heldengestalt der deutschen Romantik und Nationalbewegung.
Quellen: