Henriette-Ackermann-Str.
Benannt nach Henriette Ackermann (1887–1977), in Köln-Ehrenfeld geborener linker Politikerin (SPD, USPD, KPD), Stadtverordneter und unverwüstlicher sozialer Streiterin. Tochter eines Ehrenfelder Friseurs, lernte sie Buchhalterin, trat mit 18 in die SPD ein und wurde 1916 wegen ihrer Unterstützung Karl Liebknechts ausgeschlossen — sie hatte eine Spartakusgruppe gegründet. Während des Ersten Weltkriegs verbrachte sie fast ein Jahr wegen antimilitaristischer Propaganda in Berliner Haft. Am 5. Oktober 1919 wurde sie in den Kölner Stadtrat gewählt; in 10 Jahren als linke Stadtverordnete kämpfte sie unermüdlich für Arbeiter, alleinerziehende Mütter, Erwerbslose — gegen Anfeindungen, Sexismus und persönliche Beleidigungen. Sie verstand sich nicht als Wohltäterin, sondern wollte „nicht Almosen, sondern Veränderung der Verhältnisse". In Ossendorf erinnert die Straße an ihren beharrlichen Einsatz für soziale Gerechtigkeit.
Quellen: