Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Jakob-Böhme-Str.

Länge
160 m
Hausnummern
51065: ungerade 1–23a, gerade 2–12
Fotografien
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Stadtteil
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Benannt nach Jakob Böhme (1575–1624), Schuster, christlichem Mystiker und protestantischem Theosophen aus Görlitz — den Hegel später „den ersten deutschen Philosophen" nannte. Böhme wurde 1575 in Alt Seidenberg in der Oberlausitz geboren, ging mit 14 Jahren in die Schusterlehre und führte ab 1599 in Görlitz eine eigene Werkstatt. Im Jahr 1600 hatte er — beim Anblick eines auf einer Zinnschüssel gespiegelten Sonnenstrahls — eine mystische Vision, deren intellektülle Verarbeitung er ab 1612 in seinem ersten Werk Aurora oder Morgenröte im Aufgang begann. Das Werk löste einen erbitterten Streit mit dem orthodox-lutherischen Görlitzer Hauptpfarrer Gregorius Richter aus, der Böhme als Häretiker brandmarkte und mit Verbannung drohte. Trotz dieser Verfolgung verfasste Böhme zwischen 1619 und 1624 weitere 30 mystische Schriften (De Tribus Principiis, Mysterium Magnum, Christosophia) — eine theosophische Synthese aus Bibel, Alchemie, Paracelsianischer Naturphilosophie und persönlicher Mystik. Böhmes Einfluss auf den deutschen Idealismus (Schelling, Hegel) und die englische Romantik (William Blake) ist unbestritten — er gilt als einer der wichtigsten Brückenfiguren zwischen mittelalterlicher Mystik und neuzeitlicher Philosophie. Die Buchheimer Jakob-Böhme-Straße gehört zum Schlesien-Quartier; obwohl Görlitz heute in Sachsen liegt, gehörte die Oberlausitz historisch in den böhmisch-schlesischen Kulturraum.

Quellen: