Katharina-Henot-Str.
Benannt nach Katharina Henot (1570–1627), der ersten Postmeisterin Deutschlands und prominentestem Opfer der Kölner Hexenverfolgung. Aus einer einflussreichen Kölner Patrizierfamilie stammend, führte sie nach dem Tod ihres Vaters Jakob Henot gemeinsam mit ihrem Bruder Hartger das ererbte Postamt — gegen das von Graf Leonhard II. von Taxis eingeleitete kaiserliche Postmonopol setzte sie sich vor dem Reichskammergericht zur Wehr. 1626/27 brachten Beschuldigungen einer Klarissen-Laienschwester sie ins Hexen-Verfahren; nach Folter und juristisch fragwürdigem Prozess wurde sie am 19. Mai 1627 am Galgen erdrosselt und auf dem Richtplatz Melaten verbrannt. Der Kölner Stadtrat sprach sie und die übrigen Opfer der Hexenverfolgung am 28. Juni 2012 förmlich frei — ein später Akt historischer Wiedergutmachung. Die Straßenbenennung ehrt eine Frau, die unter prekären Bedingungen ihre wirtschaftlichen und rechtlichen Rechte verteidigte.
Quellen: