Kriemhildstr. (Porz)
Benannt nach Kriemhild, der zentralen weiblichen Hauptfigur des Nibelungenliedes. Kriemhild ist die Schwester der Burgunder-Könige Gunther, Gernot und Giselher und Tochter der Königin Ute. Im ersten Teil des Epos liebt sie Siegfried, heiratet ihn und wird durch dessen Tod – veranlasst von ihrem Schwager Hagen mit Brünhilds Einverständnis – tief verwundet. Im zweiten Teil schließt sie nach langer Witwen-Trauer eine zweite Ehe mit dem Hunnenkönig Etzel und nutzt diese, um nach 13 Jahren erbarmungslose Rache an ihren Brüdern und an Hagen zu nehmen: Sie lädt sie an Etzels Hof – dort kommt es zum blütigen Untergang der Burgunder. Kriemhild gilt als eine der psychologisch komplexesten Frauenfiguren der mittelalterlichen Literatur; ihre Wandlung von der jungen Liebenden zur eiskalten Rächerin macht das Epos zu einer Tragödie shakespeareschen Ausmasses.
Quellen: