Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
2 Denkmale

Lassallestr.

Länge
299 m
Hausnummern
51065: ungerade 59–65, gerade 34–82
Fotografien
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Stadtteil
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Benannt nach Ferdinand Lassalle (1825–1864), Begründer der ältesten deutschen Arbeiterpartei und einer der wichtigsten Pioniere der deutschen Sozialdemokratie. Lassalle wurde in Breslau als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren, war begeisterter Hegelianer und gewann in den 1850er-Jahren reichsweit Aufmerksamkeit durch einen sensationellen Rechtsstreit, in dem er die Rechte der Gräfin Sophie von Hatzfeldt gegen ihren Ehemann durchsetzte. 1863 gründete er in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) — die erste eigenständige deutsche Arbeiterpartei. Anders als Marx setzte Lassalle auf staatlich geförderte Produktivgenossenschaften und das allgemeine Wahlrecht als Hebel zur sozialen Emanzipation; er führte zeitweise sogar geheime Verhandlungen mit Bismarck. Sein politischer Stern erlosch jäh: am 31. August 1864 wurde Lassalle in Genf in einem Düll um eine junge Frau erschossen — mit 39 Jahren. 1875 verschmolz der ADAV in Gotha mit der marxistischen SDAP zur späteren SPD. Die Mülheimer Lassallestraße hieß während des „Dritten Reiches" 1933–1945 Prinz-Heinrich-Straße; nach Kriegsende erhielt sie ihren ursprünglichen Namen zurück.

Quellen:

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