Markgrafenstr.
Die Markgrafenstraße erinnert allgemein an die Markgrafen als hochmittelalterliche Reichsfürsten — Stellvertreter des Königs in den Grenzmarken (Marken) des Heiligen Römischen Reichs. In direktem Bezug auf Mülheim verweist der Name auf die Bergischen Markgrafen und Herzöge, denen Mülheim seit dem Mittelalter unterstand: aus dem Grafentum Berg wurde 1380 das Herzogtum Berg, das in Personalunion mit Jülich und später mit der Pfalz und Bayern verbunden war. Mülheim als bergische Stadt war von dieser markgräflich-herzoglichen Herrschaft entscheidend geprägt — bis zur preußischen Übernahme 1815 durch den Wiener Kongress. Anders als spezifische Personennamen ist die Markgrafenstraße ein generischer Adelstitel-Name, wie er im 19. Jahrhundert bei der bürgerlichen Stadterweiterung in vielen preußischen Städten gewählt wurde, um an die alte ständische Ordnung zu erinnern.
Quellen: