Pettenkoferstr.
Benannt nach Max Joseph von Pettenkofer (1818–1901), bayerischem Chemiker und Begründer der modernen Hygiene als Wissenschaft. Im Münchener Cholera-Elend um 1850 setzte Pettenkofer unter großen Widerständen den systematischen Ausbau von Trinkwasserleitungen und Kanalisation, einen zentralen Schlachthof und allgemeine Hygiene-Standards durch. 1865 wurde er Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität und gründete das erste deutsche Institut für Hygiene. Pettenkofer hielt allerdings — anders als Robert Koch — bis zuletzt an der älteren Miasma-Theorie fest und schluckte 1892 vor Zeugen einen Kubikzentimeter einer Cholera-Kultur, um zu beweisen, dass der Erreger allein nicht genüge. Er überlebte. Im Neuehrenfelder Wissenschaftlerquartier ist er — neben Jenner — der zweite Mediziner.
Quellen: