Siegfriedstr. (Porz)
Benannt nach Siegfried, dem strahlenden Helden des Nibelungenliedes (um 1200) und zentralen Hauptfigur dieses bedeutendsten mittelhochdeutschen Heldenepos. Siegfried ist der Sohn der Königin Sieglinde und des Königs Siegmund von Xanten; nachdem er den Drachen Fafnir getötet und in dessen Blut gebadet hat, ist seine Haut bis auf eine Stelle zwischen den Schulterblättern unverwundbar geworden. Er erwirbt den Nibelungen-Hort, heiratet Kriemhild und hilft König Gunther bei der Werbung um Brünhild. Als Brünhild Siegfrieds Beistand bei ihrer Bezwingung erfährt, schmiedet Hagen mit ihrem Einverständnis das Komplott: an einer Quelle im Odenwald-Wald stösst Hagen Siegfried den Speer in die einzige verwundbare Stelle. Sein Tod löst den Untergang der Burgunder am Hunnenhof aus – das Hauptthema des zweiten Teils des Nibelungenliedes. Als Drachentöter wurde Siegfried im 19. Jahrhundert von Richard Wagner ("Der Ring des Nibelungen", 1853-1874) zur archetypischen germanischen Heldengestalt geformt und im Nationalismus politisch instrumentalisiert.
Quellen: