Silesiusstr.
Benannt nach Angelus Silesius (eigentlich Johann Scheffler, 1624–1677), schlesischem Mystiker, Lyriker und einem der größten religiösen Dichter der deutschen Sprache. Geboren in Breslau als Sohn eines aus Krakau ausgewanderten polnisch-protestantischen Adligen, studierte Scheffler Medizin und Staatsrecht in Straßburg, Leiden und Padua, wo er 1648 in Philosophie und Medizin promovierte. Als Hofarzt des lutherischen Herzogs Sylvius Nimrod von Württemberg-Öls vertiefte er sich in mystische Schriften und in den schlesischen Mystikerkreis um Abraham von Franckenberg und Daniel Czepko. Im Juni 1653 konvertierte er in Breslau zur römisch-katholischen Kirche, nahm den Namen „Angelus" an und ergänzte ihn später um „Silesius", um sich von einem gleichnamigen Lutheraner abzugrenzen. 1657 erschienen seine beiden Hauptwerke: die Heilige Seelen-Lust (über 200 Kirchenliedtexte, von Katholiken und Protestanten gleichermaßen verwendet) und der weltberühmte Cherubinische Wandersmann — eine Sammlung von 1.676 mystischen Sinnsprüchen, die wie keine andere Dichtung des deutschen Barock die Spiritualität des frühen 17. Jahrhunderts abbildet. Silesius zog sich 1666 ins Breslauer Matthias-Stift zurück und starb 1677. Die Buchheimer Silesiusstraße ist eine der zentralen Adressen des Schlesien-Quartiers — der Beiname „Silesius" („der Schlesier") macht die Straße zur namengebenden Achse des ganzen Quartiers.
Quellen: