Wöhlerstr.
Benannt nach Friedrich Wöhler (1800–1882), einem der bedeutendsten Chemiker des 19. Jahrhunderts. 1828 gelang Wöhler die Synthese von Harnstoff aus anorganischen Ausgangsstoffen — die Wöhler-Synthese: Sie widerlegte erstmals die damals herrschende Lehre von der „Lebenskraft" (vis vitalis), die behauptete, organische Stoffe könnten nur in lebenden Organismen entstehen, und gilt als Geburtsstunde der modernen organischen Chemie. Wöhler isolierte zudem erstmals die Elemente Beryllium und Yttrium in metallischer Reinform. Ab 1836 lehrte er 46 Jahre lang an der Universität Göttingen, wo in seinem Labor rund 8.000 Forscherstudenten ausgebildet wurden — ein bis heute einzigartiges Pensum. Im Neuehrenfelder Wissenschaftlerquartier steht Wöhler neben Liebig, mit dem ihn eine lebenslange wissenschaftliche Freundschaft verband.
Quellen: