Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_2239 Heinsbergstraße 24 · Neustadt/Süd

Wohnhaus

Typ
Gebäude
Baujahr
um 1890
Denkmal seit
1984
Stadtteil
Neustadt/Süd
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Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 und etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes, mit der Zülpicher und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleichlangen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel an ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung mit der Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsberg- und der Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden

Rechteck seines Querschnitts als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße gesehen endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochner- und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen. Der mit dem Fensterbankgesims abschliepende Erdsockel, die dem ebenen Untergrund erhaben aufgesetzte, horizontale Bänderung der Rustika, die sich auf den waagerechten Stürzen zu beiden Seiten der Schlußsteine in der Art einer Sturzmauerung abwinkeln und das abschließende, doppelwulstige Stockwerkgesims lassen das Erdgeschoß als lasttragende Basis der Fassade in Erscheinung treten. Innerhalb des Fassadenfeldes, eingefaßt vom Stockwerkgesims über dem EG und dem Dachboden, tritt das quadratische Mittelfeld der dicht zueinander gerückten Fensterumrahmungen des 1. und 2. OG dominierend hervor. Auf den Fensterumrahmungen des 1. OG, bestehend aus Einzelfensterbänken, seitlicher und oberer Rahmung und einer Halbkreisüberdachung, deren Innenfelder mit Blütenhälften ausgefüllt sind, schließen sich auf den Halbkreisen der Überdachungen abstützenden Konsolen an, welche die Fensterumrahmungen des 2. OG mit auf Konsolen ruhenden, horizontalen Einzelverdachungen tragen. Das eigenständige 4. OG distanziert sich vom 2. OG mit einem brüstungsbreiten, glattflächigen Putzband und von der Nähe des Daches mit einem stark auftragenden, ornamentierten Dachfries, der das sehr hohe, aber wenig auskragende Profil des Dachgesims trägt. Die Fensterpfosten sind durch die Vorlage vertikaler, stockwerkhoher Diamantquader zwischen den vorspringenden Fensterumrahmungen konvex geformt. Zwischen den Fensterbänken nehmen vier Engelsbüsten mit derselben Kragweite wie die des Dachgesimses die Last der Diamantquader auf. Die von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmenden Fensterhöhen dienen der optischen Gesamtüberhöhung der Fassade in klassizistischer Tradition. Die Einzelelemente der Stuckgliederungen, Ornamente und Plastiken sind formal aus der Renaissance abgeleitet und dem Repräsentationsbedürnis der Zeit entsprechend übersetzt. Boden und Decke des Hausflures bestehen aus je zwei Feldern. Die Bodenfelder aus weiß-schwarz-roten Terrazzo werden von einreihigen Mosaikstreifen, schwarz und weiß im Wechsel und einer schwarzen Randrahmung umgeben. Die Dekkenfelder zwischen flachbogigen Unterzügen tragen tiefliegende Kehlvouten mit Randleisten und eine zentrale, längliche Rosette aus Blattornament und einem hängenden Blütenzapfen im vorderen Deckenfeld. Die gerade, zweiläufig-rechtswendende und gegenläufige Holztreppe mit Holzgeländer und -handlauf beginnt auf jedem Stockwerk mit einem Antrittspfosten, der an der Unterseite der Stockwerkpodeste einen hängenden Zapfen bildet. Die Stockwerkpodeste sind parallel zu den Laufrichtungen mit einem Podest zum Abschluß des Anbaus erweitert, so daß die Grundfläche des Treppenhauses annäherd ein Quadrat und der zweite Lauf jeweils frei in den Raum eingebaut ist. In den Wohnungen sind Teile des ursprünglichen Ausbaus erhalten.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2239
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohnhaus
Adresse
Heinsbergstraße 24 , 50674 Köln
Stadtteil
Neustadt/Süd
Baujahr
um 1890
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
10.04.1984
Koordinaten
50.93022° N, 6.93798° E