Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_2626 Brüsseler Platz 6 · Neustadt/Nord

Wohn- u. Geschäftshaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1883 bis 1893
Denkmal seit
1984
Stadtteil
Neustadt/Nord
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Der Brüsseler Platz, an dem das Gebäue liegt, erstreckt sich rechteckförmig mit der Hauptachse in ost-westlicher Richtung um den Kirchenbau von St. Michael. Das Viertel als Teil der seit 1881 nach den Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben realisierten vierten Stadterweitrung ist mit der Altstat durch Fortführung der Ehrenstraße über den Hohenzollernring hinaus und in Fortführung mit der Maastrichter Straße, die auf das mit zwei Türmen flankierte Hauptportal der Kirche St. Michael zuverläuft, verbunden. Der östliche Teil des Platzes vor dem Hauptportal, an dem das beschriebene Wohnhaus liegt, hat durch dreieckförmige Erweiterung und der Zuführung von Straßentrassen aus verschiedenen Richtungen die Funktion eines Sternplatzes. Die Westseite des Brüsseler Platzes am Chor von St. Michael erweitert die Moltkestraße - Teil der westlichen Haupterschließung der Neustadt parallel zum Hohenzollernring - auf der Mitte ihrer Strecke. Diese beiden Platzseiten mit ihren eigenständigen Charakteristiken werden durch die Straßenräume längs des Kirchenbaus miteinander verbunden. Durch Anlehnung der Neubauten an die erhaltenen historischen Gebäude (gleiche Traufhöhen und Baulinien) wurde der städtebauliche Charakter des Brüsseler Platzes bis heute bewahrt.

Das Gebäude wurde um 1888 als viergeschossiges, zweiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem Erker und einer Stuckfassade errichtet. Das ungewöhnlich tiefe Grundstück und die bevorzugte Wohnlage im Belgischen Viertel der Kölner Neustadt führten zu einer besonders intensiven, architektonischen Durchbildung der schalen Straßenansicht. Durch Steigerung der Höhenwirkung (ausschließliche Verwendung von Halbkreisbogen-Fenstern, dem Erker am 2. und 3. OG mit überhöhender Balkonbrüstung vor dem 3. OG, durch Akzentuierung dr Höhenlage des 3. OG - Balkon auf der Dachfläche des Erkers, die Balkonbalustrade verläuft als Schmuckform zu beiden SAiten des Balkons an der Fassade weiter, durch aufwendige Schmuckformen des Dachfrieses besonders hervorgehobene Traufgesims), durch Aufteilung der Fenster der linken Achse in Zwillingsfenser, durch geschickte Abstimmung sämtlicher Maßverhältnise auf die geringe Breitendimension der Ansicht, ist es gelungen, die Straßenansicht dem übrigen hohen Niveau des Gebäudes einzufügen. Das mittig hinter dem Vorderhaus elegante Treppenhaus greift als Zwischenelement zum weiteren Verlauf des Gebäudes halbrund in den Hofraum ein. Das Klinkersichtmauerwerk der Rückseite und der historischen Nachbarbebauung bestimmt die für die Kölner Neustadt charakteristische Wohnlichkeit der rückwärtigen Bebauung. Der Hausflur besteht aus zwei etwa gleichlangen Abschnitten, deren Enden durch horizontale Stürze, die an jeder Seite auf Doppelkonsolen aus Blattwerk um Kartuschen aufliegen. Die Decken dazwischen bstehen aus profilierter Kehle mit Zahnleisten und Deckenfeldrahmungen. Die schwarze Rahmung des Terrazzofußbodens umgibt einen weiß-roten Mosaikstreifen und weiß-rote Mittelfelder. Die zweiläufige Treppe, deren letzte Stufen an den Stockwerkspodesten gewendelt anliegen, besteht aus schwarzem Terrazzo, Holzgeländer und -handlauf und einer ionischen Säule als Antrittspfosten. Die Wohnungstüren mit hohem, feststehendem Oberlicht bestehen aus Holzrahmen und -füllungen. In den Wohnungen bestehen die Stuckdecken aus etwa 10 cm tiefen Kassetten längs der Wände, einem ebenen Mittelfeld mit zentraler Rosette. Die Türlaibungen und -blätter bestehen aus Holzrahmen und -füllungen. Die Holzfußböden schließen mit hohen, profilierten Fußleisten ab.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2626
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohn- u. Geschäftshaus
Adresse
Brüsseler Platz 6 , 50672 Köln
Stadtteil
Neustadt/Nord
Baujahr
1883 bis 1893
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
02.10.1984
Koordinaten
50.93877° N, 6.93511° E