Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_3761 Lindenburger Allee 36 · Lindenthal

Wohnhaus

Typ
Gebäude
Baujahr
um 1902
Denkmal seit
1986
Stadtteil
Lindenthal
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Die Halbvilla wurde um 1905 errichtet. Bei dem zweigeschossigen, zweiachsigen Gebäude handelt es sich um den halben Hausteil einer vielgestaltigen Doppelhausvilla mit jugendstilartigen Elementen, Risalit und Putzfassade mit Backsteingliederungen, sowie einer ausdiffernzierten Dachgestaltung: Walmdach mit gleich angeordneten Dachgaupen und Giebeln an Vorder- und Rückfassade. Straßenseitig weist die Fassade übereinandergeordnete Rundbogenfenster mit Giebelhäuschen (links) und einem erkerartigen Vorbau (rechts) auf. Eine variantionsreiche Verwendung von Putz und Backstein tritt durch die Backsteinlisenen in Rollschicht bei allen Fensterrahmungen gegenüber dem Bänderverband in den Flächen der Fensterbrüstungen und am Sockel sowie den Ecklisenen in Erscheinung und läßt eine spannungsvolle Beziehung zwischen Fassade un Vorbau entstehen, dessen abgeschrägte Seiten im 1. Obergeschoß bis zur Ausrundung an den unteren Ecken ebenfalls Binderverband aufweisen. In Höhe der Fensterbänke des Erdgeschosses und an dessen oberen Abschluß verlaufen horizontal lisenenartige Mauerverstärkungen, so daß die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion entsprechend seinem Querschnitt verdeutlicht. An der rechten Fassade verläuft unter dem Traufgesims ein Zickzackfries, in dem ein doppelseitiger Sägezahnfries greift, die sich um den Risalit ziehen und mit den Lisenen verbunden sind. Ähnlich dem linken Teil der Straßenfront sind der rundbogige Eingang mit darüber befindlichem Treppenhausfenster am Risalit durch Roll- und Bindeverband zusammengefaßt. Symmetrisch zur Vorderseite präsentiert sich die rückwärtige Fassade mit alten und abgewalmten Giebelhäuschen.

Im Innern befinden sich die Terrazzotreppe und die Fliesenornamentierung im Hausflur des Erdgeschosses, Türrahmungen und Abschlußtüren, Stuckdecken mit Eckprofilen im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß, sowie die bedeutende Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten und Geländer im originalen Zustand.

Für die Geschichte der Menschen in Lindenthal ist das o. g. Gebäude bedeutend, weil es mit in den Ausbauprozeß des Geländes zwischen Zülpicher und Dürener Straße gehört, der um 1900 einsetzte und bis in die 20er Jahre anhielt; somit ist es ein Dokument der Baugeschichte Lindenthals für ein reines Wohngebiet mit gehobenen Wohnansprüchen.

Als Teil einer Doppelvilla ist das Haus Nr. 36 städtebaulich charakteristisch für die Halbvillenbauweise des nördlichen Teils von Lindenthal aus der Zeit um 1900. Optisch und ästhetisch steht das Objekt in Zusammenhang mit dem Gebäudekomplex der alten Schule (Nr. 38 - 40) und dokumentiert mit den Villen im jeweils entsprechenden Zeitstil (Jugendstil Nr. 32, expressionistisch Nr. 9 - 15) als Denkmalensemble den ursprünglichen Charakter der Erstbebauung dieser Allee, die zu den ältesten Straßen Lindenthals gehört und ihren Alleecharakter bis heute bewahrt hat. Vom Schnittpunkt Bachemer Straße aus gewährt sie einen Überblick über eine Reihe von Zeugnissen gründerzeitlicher Bauten, die der Bachemer und der Theresienstraße zugehören. In diesem erweiterten, städtebaulichen Bezug zeugt das Haus von dem bis heute wahrnehmbaren strukturellen Charakter dieser Gegend von zwei- bis dreigeschossigen Hausgruppen, umgeben von Gärten und reichlicher Straßenbepflanzung.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_3761
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohnhaus
Adresse
Lindenburger Allee 36 , 50931 Köln
Stadtteil
Lindenthal
Baujahr
um 1902
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
13.10.1986
Koordinaten
50.92748° N, 6.91601° E