Wohn- u. Geschäftshaus
Das Haus Nummer 39, Eckhaus zur Dagobertstraße, ist 1909 inschriftlich datiert und war ursprünglich zweigeschossig mit einem Terrassendach mit Abschlußgitter. Zwischen diesem und dem Nachbarhaus Nr. 37 lag derzeit der repräsentative Haupteingang, der beide Häuser erschloß. Heute sind die Bauten in der Nutzung getrennt, der Eingang am Konrad-Adenauer-Ufer führt nur in das - durch den Krieg teilweise zerstörte - Haus Nr. 37.
Die Fassade der Häuser besteht in den originalen Teilen aus Werksteinplatten, die in den Fenster- und Brüstungsbereichen sparsam dekoriert sind. Stilistisch ist das Gebäude dem sachlichen Neo-Klassizismus zuzuordnen, der vor allem von den Architekten C. Moritz, Müller-Erkelenz und anderen in Fortsetzung des geometrischen Jugendstils verwendet wurde. Leider ging durch die Kriegseinwirkung der aufwendige Ziergiebel im Dachgeschoß des Hauses Nr. 37 verloren, auch das 3. OG des Hauses 39 ist neu. Das Haus Nr. 37 wurde ähnlich den alten Vorlagen 1987/88 wieder aufgebaut.
Auch das Innere der Bauten ist weitgehend verändert. Im Haus Nr. 37 verblieb ein massiver, polierter Marmorpfosten der ehemaligen Haupttreppe, deren Läufe jedoch entfernt wurden. Türen und sonstige Ausstattungen sind neu.
Das Haus Konrad-Adenauer-Ufer 37 ist bedeutend für die Geschichte der Altstadt Kölns, deren mittelalterliche Bausubstanz allerdings bis auf wenige Reste - die romanischen Kirchen - verschwunden ist. Durch den Niedergang der Freien Reichsstadt ab dem 15. Jahrhundert genügte den Einwohnern bis weit in das 19. Jahrhundert der durch den weiten Mauerring abgegrenzte Siedlungsbereich, wobei nach der preußischen Besetzung 1815 eine langsame Erneuerung der vielfach baufälligen Altstadthäuser einsetzte. Mit der wirtschaftlichen Blütezeit ab 1860 und der starken Bevölkerungsvermehrung wurden auch die zahlreichen Wein- und Klostergärten der alten Stadt zugebaut, so daß bis zur Sprengung des Mauerrings im Jahre 1881 eine starke gründerzeitliche Verdichtung der Wohnbebauung unter vorsichtiger Korrektur des mittelalterlichen Straßennetzes erfolgte. Die starken Zerstörungen des 2. Weltkrieges betrafen besonders die Reste der Profanbauten aus der Zeit vor 1800 im Altstadtbereich um den Dom.
Als Teil der Rheinfront Kölns ist das Objekt Dokument der Erneuerung der nördlichen Altstadt nach der Jahrhundertwende, die infolge der Verlegung der ursprünglich in die Altstadt führenden Eisenbahntrasse aus der Rheinuferlage mit meist repräsentativen Bauten geschmückt wurde. Innerhalb dieses Ensembles fügen sich die o. g. Gebäude stilistisch und maßstabbildend ein.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_4441- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Konrad-Adenauer-Ufer 37 , 50668 Köln
- Stadtteil
- Altstadt/Nord
- Baujahr
- 1909, 1987 bis 1989
- Architekt
- C. Moritz, Müller-Erkelenz
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 08.02.1988
- Koordinaten
50.94753° N, 6.96367° E