Wohn- u. Geschäftshaus
Erbaut 1949-50 (1. Bauabschnitt) und 1953-54 (2. Bauabschnitt), Architekt Gisbert Barthel, veränderter Wiederaufbau eines kriegszerstörten Vorgängerbaus und Teil einer einheitlich konzipierten Häuserzeile; 5 Geschosse, Flachdach, Putzfassade mit Gliederungen durch Betonrippen (Fensterumrahmungen, im 1. OG erkerartig vorgezogen), EG weitgehend verändert, Fenster verändert (ursprünglich mit kleinteiliger Sprossengliederung), Hauseingangsbereich mit der Tür teilweise original, Ladeneingangstür verändert. Rückseite weitgehend verputzt, kurzer Anbau sowie Begrenzungen des kleinen Hinterhofes mit neuerer Verklinkerung, Fenster weitgehend verändert, Tür original. Im Innern original erhalten: im Flur Terrazzotreppe weitgehend mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Bewußtsein der Allgemeinheit. Die in dieser Zeit ebenfalls verstärkt einsetzende Entwicklung des Verkehrs und die infolge der Zerstörungen notwendige städtebauliche Neuplanung bedeuteten in diesem Zusammenhang die Ausgestaltung der Straßen als zusätzliche Aufgabe. In Konsequenz wurde Köln mit einem großmaschigen Netz von Verkehrsstraßen durchzogen, wobei als Rückgrat dieses Systems die die gesamte Altstadt durchbrechende Nord-Süd-Straße geplant wurde. Der damals bereits vorhandene Durchbruch im Zuge der Hahnenstraße wurde im Norden um zwei weitere Ost-West-Verbindungen ergänzt. Zu einer von ihnen gehört der Richtung Dom verlaufende Straßenzug der Komödienstraße. Eine Änderung der Fluchtlinien führte hier zu einem, den neuen Erfordernissen entsprechenden Verlauf sowie zur notwendigen Straßenbreite. Das zum Teil auf der alten Römermauer nach Plänen des Architekten G. Barthel errichtete o. g. Objekt liegt im Gegensatz zu den meisten anderen Bauten der 50er Jahre an der Komödienstraße noch in der alten Flucht. Es handelt sich um den veränderten Wiederaufbau eines im wesentlichen bis auf das Kellergeschoß zerstörten gründerzeitlichen Gebäudes, wobei auch die Reste eines mittelalterlichen Vorgängerbaus miteinbezogen wurden. Unter anderem aus Geldmangel wurde das o. g. Objekt 1949/50 in einem 1. Bauabschnitt zunächst nur bis zum 2. Obergeschoß aufgebaut. Die beiden oberen Geschosse folgten dann erst 1953/54. In Kubatur und Geschoßhöhe paßt sich das Gebäude hierbei der im Zuge der Neuführung der Straße errichteten, einheitlich konzipierten Häuserzeile mit Flachdächern an. Dabei hebt es sich durch seine Putzfassade, bei der die bänderartig gereihten und mit Umrahmungen versehenen Fenster Hauptakzente setzen, besonders hervor. Die ursprünglich verwendeten kleinteiligen Sprossenfenster haben die hier intendierten Anklänge an die mittelalterliche Bebauung Kölns zusätzlich betont. Das o. g. Objekt, das gewissermaßen die Geschichte dieses Altstadtteils von der Römerzeit bis hin zu den 50er Jahren verkörpert, wird somit, auch als integraler Bestandteil des in den 50er Jahren neugeplanten und weitgehend neubebauten Straßenzugs Komödienstraße, zum unverzichtbaren Dokument und trägt wesentlich zum vielfältig und abwechslungsreich gestalteten zeittypischen Erscheinungsbild in unmittelbarer Nähe des Doms bei.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_6207- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Komödienstraße 5 , 50667 Köln
- Stadtteil
- Altstadt/Nord
- Baujahr
- 1949 bis 1950, 1953 bis 1954
- Architekt
- Gisbert Barthel
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 06.09.1991
- Koordinaten
50.94159° N, 6.95588° E