Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_6210 Gellertstraße 40 · Nippes

Wohnhaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1898
Denkmal seit
1991
Stadtteil
Nippes
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Errichtet 1898. L-förmiger Grundriß, 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Mansarddach. Putz- und Stuckfassade, dekoriert in Formen der Renaissance und des Barock; Betonung der zweifenstrigen Mittelachse durch die (veränderten) Balkone der Obergeschosse und die Rundbogenfenster des Mansardgeschosses, ursprünglich auch durch einen (nicht mehr existierenden) Ziergiebel; Hervorhebung des 1. Obergeschosses durch die kräftigen rundbogigen, Muschelwerk umschließenden Verdachungen und die als konsolgestützte Halbsäulen gestalteten Rahmungen der Fenster in den Außenachsen. Fast alle Fenster der Straßenfront original, Haustür neu.

Kleiner Vorgarten mit ca. 1,5 m hohem schmiedeeisernem Gitter (in Details zerstört).

Rückseiten backsteinsichtig, alte Fenster; kleiner Hof/Garten.

Im Innern original erhalten: sparsamer Deckenstuck im Vestibül, profilierter Stützbogen; in Vestibül und Hausflur mehrfarbig gemusterter Fliesenboden; Keller- und Hoftür, Holztreppe mit gedrechseltem Geländerstäben; Wohnungstüren; in den Wohnungen Zimmertüren mit Gewänden.

Das Haus Gellertstraße Nr. 40 ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das bislang dörfliche Nippes zu einem bedeutenden Industriestandort mit rapide zunehmender Bevölkerung. 1888 als Teil der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet, entwickelte sich der stellenweise immer noch - wie bis heute - auch dörflich geprägte Industrieort seit den späteren 1890er Jahren in bestimmten Straßenzügen und Vierteln zu einem attraktiven Wohnort bürgerlicher Schichten.

Die Gellertstraße (mit diesem Namen seit 1892 bezeichnet, vorher zunächst als Neue Schulstraße, 1889-92/93 als Mühlenstraße), welche heute, die Eichstraße schneidend, Niehler und Neusser Straße verbindet, wurde um 1877 angelegt und führte zunächst von der Niehler Straße nur bis zur Eich- (ursprünglich "Radial"-)Straße; erst 1896 erfolgte die Verlängerung zur Neusser Straße hin. In rascher Folge entstanden hier in den nächsten Jahren die dreigeschossigen Wohnhäuser, deren in Formen der Renaissance, des Barock und verschiedener Varianten des Jugendstils reich dekorierte Fassaden mit Erkern, Balkonen und Ziergiebeln insbesondere dieser neuen Partie der Straße ein in historischen Fotos dokumentiertes prächtiges Erscheinungsbild verliehen.

Das Haus Gellertstraße Nr. 40, einst wohl spiegelgleich dem zerstörten Gebäude Nr. 38, ist trotz gravierenden, wohl kriegsbedingten Veränderungen - v. a. fehlen der bekrönende Ziergiebel und die Balustraden der Balkon-Brüstungen - zusammen mit dem fassadenähnlichen Nachbarhaus Nr. 42, den gegenüberliegenden (Nr. 39/41) sowie einigen weiteren annähernd im Originalzustand erhalten gebliebenen Häusern ein unverzichtbares Zeugnis der Erstbebauung in einem der neuen Straßenzüge des bürgerlichen Nippes der Jahrhundertwende.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_6210
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohnhaus
Adresse
Gellertstraße 40 , 50733 Köln
Stadtteil
Nippes
Baujahr
1898
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
11.09.1991
Koordinaten
50.96283° N, 6.95520° E