Wohn- u. Geschäftshaus
Erbaut 1954, Architekt Clemens August Westphalen; Eckhaus zur Augustinerstraße; 5geschossiger, zum Heumarkt gestaffelter Bau mit Überhang (ab dem 1. OG) an beiden Hausseiten; Stahlbetonskelettbau, im EG mit Natursteinverkleidung, in den OGs mit "enger" plastisch hervortretender Rasterfassade (verputzt; Austritte an der Heumarktseite mit orig. Metallgeländer); überstehende Dachtraufe, schiefergedeckte Walmdächer (1 Gaube zum Heumarkt, 2 Gauben zur Augustinerstraße); EG mit 3 Ladenlokalen (Fenster und Türen des Eckgeschäftes sind erhalten, sonst im wesentlichen verändert), schräger Stütze an der Hausecke und Hauseingang (Heumarktseite); Haustür verändert, Fenster im wesentlichen original (im Treppenhaus z. T. mit farbiger Bleiverglasung). Rückfront verputzt. Im Inneren original erhalten: im Eingangs- und Treppenhausbereich Wand- und Bodenfliesen, Kunststeintreppe mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf; Fußboden des Eckgeschäftes mit Solnhofener Platten.
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. O. g. Objekt liegt an der Ecke Augustinerstraße/Heumarkt, bildet also gleichzeitig Beginn/bzw. Endpunkt des Straßenzuges als auch einen wichtigen Blickpunkt zum südlichen Teilbereich des Heumarkts.
Die Augustinerstraße liegt im Zuge der auf die Stadtplanung des Dritten Reiches zurückgehenden Ost-West-Achse, eines breiten Durchbruchs der Altstadt, der als Aufmarschstraße mit Monumentalbebauung vorgesehen war. Nach dem 2. Weltkrieg nutzte die städtebauliche Neuplanung unter Rudolf Schwarz den nun vorhandenen Durchbruch. Hierbei stand jetzt, auf dem Hintergrund des anwachsenden Individualverkehrs, die Verkehrserschließung als bedeutender Gesichtspunkt im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollte dieser Abschnitt der Ost-WestAchse zwischen Neumarkt und Heumarkt, ähnlich wie der bereits seit 1946 von Wilhelm Riphahn einheitlich geplante Abschnitt im Zuge der Hahnenstraße, im Hinblick auf die Reduzierung der NS-Planungen als Boulevard gestaltet werden.
Das nach 1954 nach Plänen des Architekten Clemens August Westphalen errichtete o. g. Gebäude dokumentiert hier im Ensemble mit den weiteren erhaltenswerten Häusern im Bereich Augustinerstraße, Pipinstraße und Heumarkt diese Neugestaltung und -bebauung des Ost-West-Durchbruchs während der Nachkriegszeit. Wie bei den Nachbarbauten an der Augustinerstraße ist auch bei o. g. Objekt das Erdgeschoß zurückgesetzt worden, was nicht zuletzt auch eine optimale Ausnutzung des Baugrundes gewährleistete. Zur Heumarktseite wird der Baukörper gestaffelt, um eine Anbindung an die hier in der Bauflucht gehaltenen Gebäudefronten zu schaffen. Durch die Staffelung und die Ausbildung von 2 Dächern wird der Hauskörper zudem optisch in 2 Teile aufgelöst. Der Neubau fügt sich so in den kleinteiligen Maßstab der vorhandenen Bebauung ein und wahrt mit seinen schiefergedeckten Walmdächern die für die Altstadt charakteristische Kölner Dachform. Die strengen, plastisch hervortretenden Rasterfassaden weisen das Gebäude gleichzeitig als typisches Bauwerk der 50er Jahre aus. Als Zeugnis der abgeschlossenen Bauepoche und als städtebaulich gelungene Ecklösung wird das o. g. Objekt - auch im Hinblick auf das genannte Ensemble - zum unverzichtbaren Objekt.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_6994- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Heumarkt 39 , 50667 Köln
- Stadtteil
- Altstadt/Nord
- Baujahr
- 1954
- Architekt
- Clemens August Westphalen
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 06.12.1993
- Koordinaten
50.93557° N, 6.96010° E