Wohnhaus
Erbaut 1889/90 (Wiederaufbau in den 50er Jahren nach Kriegsschaden - total ausgebrannt - erhalten nur die straßenseitige und rückwärtige Fassade sowie die Fassade des Anbaus);
3 Geschosse, 4 Achsen.
Backsteinfassade mit Gliederungen aus Formziegeln (Fensterüberdachungen, Fenster- und Haustürgewände); Sohlbankgesimse (mit Zinkblech belegt) im 1. und 2. OG;
Stockwerkgesims; im EG die Sohlbänke der Fenster ebenfalls mit Zinkblech belegt.
Segmentbogenfenster; Rahmen stilähnlich erneuert (im EG mit Rollläden).
Mansarddach mit einer nachträglich eingesetzten, mit Schiefer verkleideten Gaube mit 3 quadratischen Fenstern.
Vorkragende Traufe mit Backsteinfries.
EG mit Putzsockel. 2 Stufen im Hauseingang, veränderte Haustür mit Oberlicht.
Im Innern:
Wiederherstellung nach Kriegsschaden
Verlust der hölzernen Treppenanlage, der Holzdecken etc.; veränderte Wohnungsgrundrisse.
Rückseite:
Verputzt; modernisierte Fenster.
Anbau verputzt, modernisierte Fenster.
Das o.g. Objekt erfüllt die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Es ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen. Seine Erhaltung und Nutzung ist aus wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel "Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870, die Siebachstraße, angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden, mehrheitlich schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber nicht aus der Frühzeit de "Sechzig", sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. In dem Abschnitt zwischen Wilhelm- und Wartburgstraße dominieren die viergeschossigen Gebäude der 1890er Jahre. Das Haus Nr. 94 ist, trotz der nach Kriegszerstörung entstellend in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wiederaufgebauten Dachzone, ein unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Nr. 94-98, dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die ebenfalls aus den 1890er Jahren stammende, geschlossen erhaltene Reihe der Häuser Nr. 107-119 korrespondiert.
Der Erhalt seiner straßenseitigen Backsteinfassade ist daher aus städtebaulichen, architekturgeschichtlichen und ortsgeschichtlichen Gründen notwendig.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8533- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Siebachstraße 94 , 50733 Köln
- Stadtteil
- Nippes
- Baujahr
- 1889 bis 1890
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 11.04.2001
- Koordinaten
50.96277° N, 6.94959° E