Carl-Severing-Str.
Benannt nach Carl Severing (1875–1952), sozialdemokratischem Politiker und einem der zentralen Stützen der Weimarer Republik. Severing stammte aus einer Bielefelder Arbeiterfamilie, war Schlosser, stieg über die Metallarbeiter-Gewerkschaft in der SPD auf und wurde am 29. März 1920 Preußischer Innenminister — das wichtigste Innenministerium des Deutschen Reichs. Sein „System Severing" — die Besetzung von Polizei und Verwaltung mit republikanisch-loyalen Beamten und das entschiedene staatliche Vorgehen gegen antiverfassungsfeindliche Organisationen (auch gegen die NSDAP) — trug entscheidend zur politischen Stabilisierung der frühen Weimarer Republik bei. 1928–1930 war er Reichsinnenminister, ab 1930 wieder Preußischer Innenminister; nach dem Preußenschlag Papens am 20. Juli 1932 wurde er zwangsbeurlaubt. Während der NS-Zeit lebte er in Bielefeld unter Beobachtung; nach 1945 gehörte er zu den Wiederaufbauern der SPD. Die Carl-Severing-Str. ehrt einen der bedeutendsten Verfechter der ersten deutschen Demokratie.
Quellen: