Geschwister-Katz-Str.
Benannt nach den Geschwistern Katz – der jüdischen Familie Katz, deren tragisches Schicksal eine der wichtigsten Erinnerungsorte für die NS-Verfolgung in Kalk ist. Jakob und Berta Katz zogen 1905 vom Westerwald nach Köln in die Remscheider Straße; drei ihrer vier Kinder – Bernhard, Amalie und die überlebende Johanna – wurden hier geboren. Die Kinder erlebten am 1. April 1933 die SA-Gewalt am sogenannten „Boykott-Tag" der NSDAP gegen jüdische Geschäfte. 1938 wurde Vater Jakob, Reichsbahnbeamter, in den Zwangsruhestand versetzt. Beim Brand der Deutzer Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Sohn Bernhard verhaftet und nach Dachau gebracht. Sommer 1941 wurde die Familie in ein „Judenhaus" zwangsverlegt, im Oktober 1941 vom Bahnhof Deutz-Tief ins Lager Lodz deportiert – und dort ermordet. Nur Johanna überlebte, weil ihr nichtjüdischer Ehemann sie bis zum Kriegsende versteckte. In Kalk wurden 29 Stolpersteine für jüdische Opfer verlegt; die Geschwister-Katz-Straße ist Teil des Erinnerungsraums.
Quellen: