Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
2 Denkmale

Gülichplatz

Länge
44 m
Hausnummern
50667: ungerade 3–3
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Stadtteil
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Benannt nach Nikolaus Gülich (1644–1686), Anführer eines bürgerlichen Aufstands gegen die korrupte Kölner Stadtführung — eines der spektakulärsten Ereignisse der frühneuzeitlichen Stadtgeschichte. Auf dem 272 qm großen Platz stand im Mittelalter das Haus von Nikolaus Gülich. Der Manufakturkaufmann kämpfte schon damals gegen den "kölschen Klüngel" in der Stadtverwaltung. 1683 sammelte Gülich die unzufriedenen Zünfte und Bürgerwehren; am 2. Juni stürmten sie das Rathaus, vertrieben die „eidbrüchigen" Ratsherren und installierten Gülich als „Syndicus specialis" einer neuen Stadtregierung. Das alte Patriziat klagte beim Kaiser; 1685 stellte Kaiser Leopold I. die alte Ordnung wieder her. Nachdem man ihm später die gleichen Vorwürfe machte (Wahlbetrug, Ämterkauf und Veruntreuung öffentlicher Gelder), wurde er am 23. Februar 1686 auf der Mülheimer Heide enthauptet. das Haus wurde eingerissen und der Platz durfte nicht mehr bebaut werden.

Die Stadt errichtete 1686 auf dem Gülichplatz zur Abschreckung eine Schandsäule mit dem Bronzeabguss von Gülichs Kopf, der von einem Schwert durchbohrt wird. Diese wurde in der französischen Besatzungszeit abgebrochen, Gülich wieder als Freiheitskämpfer verehrt. Heute steht an dieser Stelle der 1913 erschaffene Karnevalsbrunnen von Georg Grasegger, das Gülich-Haupt befindet sich im Stadtmuseum. Heute steht eine Figur von Nikolaus Gülich auf dem Rathausplatz.

Gegenüber befindet sich das Wallraf-Richartz-Museum. An den Gülichplatz grenzen die Gebäude von Haus Neuerburg, welches 1923 vom Architekten Emil Felix gebaut wurde. Heute ist hier das Standsamt der Stadt Köln untergebracht. Ursprünglich fertigte die Industriellen-Familie Neuerburg hier Zigaretten der Marke "Overstolz", benannt nach dem Patriziergeschlecht der Overstolzen.

Der Turm von Haus Neuerburg bietet einen wunderbaren Blick auf die Altstadt.

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