Josef-Poppelreuter-Str.
Benannt nach Matthias Joseph Poppelreuter (20. August 1867 – 5. Februar 1919), Archäologen und Kunsthistoriker, einer der Gründungsfiguren der Kölner Bodendenkmalpflege. Poppelreuter war von 1914 bis 1919 Leiter der Römischen Abteilung (seit 1935 Römisch und Germanische Abteilung) des Wallraf-Richartz-Museums — der direkte Vorläufer des heutigen Römisch-Germanischen Museums Köln. Er war Initiator der systematischen Erfassung und Erhaltung der römisch-germanischen Bodendenkmäler im Stadtgebiet — eine bahnbrechende Leistung für eine Stadt mit so vielen archäologischen Schätzen unter dem Boden. Beigesetzt wurde er auf Melaten. Wichtig zur Geschichte des Straßennamens: die Straße hieß ab dem 29. November 1957 zunächst schlicht Poppelreuterstraße und war damit nach Walther Poppelreuter (1886–1939) benannt — einem Nervenarzt und „Vater der Hirnverletzten", der jedoch ab 1931 NSDAP-Mitglied war und 1933 als Rädelsführer den jüdischen Direktor einer Bonner Kinder-Heilanstalt vertrieb. Auf Veranlassung eines Anwohners wurde sie deshalb am 25. April 2013 in Josef-Poppelreuter-Straße umbenannt — auf den unbelasteten Bruder bzw. Verwandten gleichen Familiennamens.
Quellen: