Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Josef-Wirth-Str.

Länge
206 m
Hausnummern
51067: ungerade 1–5, gerade 2–28
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Stadtteil
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Benannt nach Joseph Wirth (1879–1956), Reichskanzler der Weimarer Republik und einem der wichtigsten Politiker der katholischen Zentrumspartei. Wirth wurde in Freiburg im Breisgau geboren und war von Mai 1921 bis November 1922 Reichskanzler — bei seinem Amtsantritt der jüngste Reichskanzler der deutschen Geschichte. Seine Politik der „Erfüllungspolitik" — der Versuch, die Forderungen der Alliierten aus dem Versailler Vertrag zu erfüllen, um deren Unmöglichkeit zu beweisen — brachte ihm Mordrufe der extremen Rechten ein. 1922 schloss Wirth gemeinsam mit Außenminister Walther Rathenau den Vertrag von Rapallo mit Sowjetrussland — einen der wichtigsten außenpolitischen Coups der Weimarer Republik. Nach Rathenaus Ermordung am 24. Juni 1922 hielt Wirth im Reichstag die berühmte Rede mit dem Satz: „Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt — da steht der Feind, und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!" Wirth überlebte die NS-Zeit im Schweizer Exil. Die Josef-Wirth-Str. ehrt einen aufrechten Vertreter der Mitte-Demokratie.

Quellen: