Karlrobert-Kreiten-Str.
Benannt nach Karlrobert Kreiten (1916–1943), Bonner Pianisten, der von Wilhelm Furtwängler und anderen als einer der talentiertesten jungen deutschen Pianisten seiner Zeit gefeiert wurde. Im Frühjahr 1943 äußerte sich Kreiten in Berlin im Kreis von Bekannten kritisch über Hitler und den Krieg — Nachbarin Ellen Ott-Monecke denunzierte ihn bei der Gestapo. Nach vier Monaten Untersuchungshaft wurde er am 3. September 1943 vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler wegen „Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt; vier Tage später, am 7. September 1943, wurde er in Plötzensee mit 185 weiteren Häftlingen gehängt. Seine Familie erfuhr von der Hinrichtung erst durch Zufall; ein Gnadengesuch wurde einen Tag nach der Vollstreckung bewilligt. Straßen erinnern in Düsseldorf, Bonn, Hilden und Köln an ihn; in Berlin steht eine Gedenktafel im Freiluftensemble „Topographie des Terrors". Im Ossendorfer Cluster der NS-Opfer ist Kreiten Symbol für die Vernichtung kultureller Talente durch das Regime.
Quellen: