Kleingedankstr.
Benannt nach dem mittelalterlichen Kölner Patriziergeschlecht Kleingedank (mhd. Cleynengedanc) — eines der 15 legendären Geschlechter der Stadt. Aus mittelhochdeutscher Wortdeutung lässt sich der Name als „kleiner Gedanke" auflösen: ein Mensch, der „klein und sorgfältig denkt" — also genau, scharfsinnig, kritisch — eine durchaus schmeichelhafte Selbstbezeichnung im Sinne einer Patrizierfamilie. Die Familie ist seit Mitte des 12. Jh. in den Kölner Quellen belegt; um 1182 saß ein Heinrich Kleingedank unter Erzbischof Philipp I. von Heinsberg in der Richerzeche, der zentralen patrizischen Stadt-Vereinigung. Im 13. Jh. waren Kleingedanke regelmäßig im Schöffenkollegium vertreten und gehörten in den innerstädtischen Konflikten zum Lager der Overstolzen (siehe Overstolzenstr.) gegen die Weisen. Im Patrizier-Cluster der Neustadt-Süd gehört Kleingedank zur engeren Trias mit Hardefust und Overstolz.
Quellen:
Interessantes in der Straße
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.