Lilli-Henoch-Str.
Benannt nach Lilli Henoch (1899–1942), einer der herausragendsten deutschen Leichtathletinnen der Weimarer Republik. Die in Königsberg geborene jüdische Sportlerin stellte zwischen 1922 und 1925 vier Weltrekorde auf (Kugelstoßen, Diskus, 4×100m-Staffel) und gewann zehn deutsche Meistertitel. Eine Olympia-Teilnahme blieb ihr verwehrt, weil Frauen-Leichtathletik erst ab 1928 olympisch wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde sie aus ihrem Sportverein ausgeschlossen und arbeitete als Turnlehrerin an einer jüdischen Schule. Am 5. September 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Riga deportiert und dort am 8. September 1942 ermordet. Ihr Schicksal wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche Gedenkinitiativen aufgearbeitet.
Quellen: