Madausstr.
Benannt nach der pharmazeutischen Firma Dr. Madaus & Co. und der gleichnamigen Gründerfamilie. Die drei Brüder Dr. Gerhard Madaus (25. Februar 1890 – 26. Februar 1942, wissenschaftlicher Leiter), Friedemund Madaus (1. April 1894 – 14. Mai 1967) und Hans Madaus (9. November 1896 – 19. August 1959, beigesetzt auf Melaten) gründeten 1919 in Bonn ein kleines Unternehmen zur Herstellung pflanzlicher Heilmittel; bereits 1921 zog die Firma nach Radeberg in Sachsen, 1929 nach Radebeul bei Dresden, wo sie zu einem der größten deutschen Phytopharmaka-Hersteller heranwuchs. Nach der Enteignung durch die sowjetische Besatzungsmacht 1946 erfolgte ein Neuanfang in Köln-Merheim — zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Bayer-Werke, dann am Standort der heutigen Madausstraße. Bekanntestes Produkt des Konzerns wurde das pflanzliche Immunstärkungsmittel Echinacea (auf Basis des Sonnenhuts, siehe Am Sonnenhut). Die Madausstraße wurde am 9. Juli 1981 zu Lebzeiten der Brüder benannt; nach Aufgabe des Standorts zu Beginn der 2000er-Jahre entstand auf dem ehemaligen Werksgelände eine Wohnsiedlung, deren Straßen alle nach Heilpflanzen benannt sind: Alöweg, Anisweg, Arnikaweg, Fenchelweg, Hibiskusweg, Hopfenstr., Nesselweg, Salbeiweg, Teebaumweg, Walnussweg, Am Sonnenhut.
Quellen: