Märchenstr.
Namensgebende Achse der berühmten Kölner Märchensiedlung — einer der schönsten Werkssiedlungen der Weimarer Republik. Die Siedlung entstand zwischen 1922 und 1929 als Gartenstadt-Projekt der GAG Köln auf dem Gebiet zwischen Dellbrück und Holweide; sie umfasst 181 Einfamilienhäuser in idyllisch-bewaldeter Anlage, „wie aus einem Märchen". Die Architekten waren Wilhelm Riphahn (auch in Mauenheim und Buchforst aktiv) und Manfred Faber (1879–1942, jüdischer Architekt, im KZ Auschwitz ermordet) — Vorbild war die englische Garden-City-Bewegung mit ihrer Idee bezahlbaren Wohnens für Arbeiterfamilien mit Kleintierhaltung und Selbstversorgungsgärten. Die Märchenstraße bildet den zentralen Straßenzug der Siedlung; um sie gruppieren sich die Wege nach Märchenfiguren der Brüder Grimm (Aschenbrödel, Däumling, Dornröschen, Froschkönig, Hänsel und Gretel — Brandroster, Rotkäppchen, Drosselbart, Sieben Raben, Haulemännchen) und Komponisten/Dichtern der Märchentradition (Humperdinck, Kopisch, Reinick).
Quellen: