Martin-Buber-Str.
Benannt nach Martin Buber (1878–1965), jüdischem Religionsphilosophen, Übersetzer und einem der großen Stimmen des jüdisch-christlichen Dialogs im 20. Jahrhundert. Buber wurde in Wien geboren und wuchs in Lemberg auf. Sein Hauptwerk „Ich und Du" (1923) entwickelt eine dialogische Philosophie, in der das Verhältnis zwischen Mensch und Mensch (und zwischen Mensch und Gott) als wechselseitige „Begegnung" verstanden wird – ein epochaler Beitrag zur Philosophie. Gemeinsam mit Franz Rosenzweig übersetzte er die Hebräische Bibel ins Deutsche. 1933 verlor er seine Frankfurter Professur und emigrierte 1938 nach Jerusalem, wo er an der Hebräischen Universität lehrte und sich vehement für eine deutsch-jüdisch-arabische Verständigung einsetzte. 1953 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Martin-Buber-Straße in Neubrück steht namentlich für den jüdischen Beitrag zum europäischen Geistesleben – ein bewusstes Zeichen in der Adenauer-Ära der Wiedergutmachung.
Quellen: