Mülheimer Hafen
Der Mülheimer Hafen ist einer der traditionsreichsten Häfen am Rhein. Seine baulich überlieferte Geschichte beginnt 1716 mit dem von Heinrich von Außem errichteten Rheinkran und einem großen Stapelhaus — die wirtschaftliche Folge der Niederlassung protestantischer Kaufleute aus Köln 1714 (siehe Mülheimer Freiheit). Die eigentliche Hafenblüte begann mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts: das Carlswerk der Felten & Guilleaume AG im Norden, die chemische Industrie und der Maschinenbau im Süden zwangen zum raschen Hafenausbau. Unter dem Bürgermeister Steinkopf (siehe Steinkopfstr.) wurde 1884–87 nach Plänen des Wasserbauinspektors Demnitz der Südhafen zwischen heutiger Mülheimer Brücke und Wallstraße einheitlich ausgebaut und mit fahrbaren Dampfkränen ausgestattet. 1911 wurden im Mülheimer Hafen rund 7.000 Schiffe mit 520.000 Tonnen Umschlag abgefertigt — etwa 40 % der gesamten Kölner Hafenleistung! Nach dem industriellen Niedergang ab den 1970er-Jahren wandelt sich das Areal heute zum Wohn-, Kultur- und Gewerbestandort.
Quellen: