Noldeweg
Benannt nach Emil Nolde (eigentlich Emil Hansen, 1867–1956), Maler und Grafiker, Mitglied der Künstlergruppe „Die Brücke" und einer der Hauptmeister des deutschen Expressionismus. Nolde — geboren in dem nach ihm benannten Dorf Nolde bei Tondern in Nordschleswig — entwickelte einen unverkennbaren, glühend-farbigen Stil, vor allem in seinen Marsch- und Meereslandschaften, religiösen Bildern und dem Aquarellwerk. Trotz seiner Sympathie für die NSDAP, der er 1924 beitrat, wurde sein Werk vom NS-Regime als „entartete Kunst" diffamiert: Über 1.052 Werke Noldes wurden 1937 aus deutschen Museen entfernt — mehr als von jedem anderen Künstler. Mit Berufsverbot belegt, malte Nolde heimlich kleine Aquarelle, die er später „Ungemalte Bilder" nannte. Seine paradoxe Doppelrolle — Anhänger und Verfemter des NS — ist seit den 2010er Jahren Gegenstand kritischer Forschung.
Quellen: