Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Ossietzkystr.

Länge
174 m
Hausnummern
50737: gerade 2–2
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Stadtteil
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Benannt nach Carl von Ossietzky (1889-1938), deutschem Journalisten, Pazifisten und Friedensnobelpreisträger 1935. Ossietzky war ab 1927 Chefredakteur der einflussreichen Wochenzeitschrift "Die Weltbühne" und einer der schärfsten Kritiker des Militarismus und Nationalismus der Weimarer Republik. 1929 enthüllte er in einem Artikel die geheime Aufrüstung der Reichswehr ("Windiges aus der deutschen Luftfahrt") und wurde 1931 wegen Landesverrats zu 18 Monaten Festungshaft verurteilt. Nach dem Reichstagsbrand vom 27./28. Februar 1933 wurde er sofort verhaftet und in das KZ Sonnenburg gebracht, später ins KZ Esterwegen verlegt. 1935 erhielt er den Friedensnobelpreis (verliehen 1936) – den die NS-Regierung ihn nicht entgegennehmen liess. Ein Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes berichtete im November 1935: "Ein zitterndes, totenblass etwas, das aussieht wie ein gefühlloses Wesen, ein Auge angeschwollen, Zähne herausgeschlagen, ein gebrochenes, schlecht verheiltes Bein nach sich ziehend." Ossietzky starb am 4. Mai 1938 nach fünf Jahren KZ-Misshandlung an Tuberkulose.

Quellen: