Otto-Unger-Weg
Benannt nach Otto Unger (25. Mai 1890 – 1984), Lehrer am Deutzer Gymnasium und Brücker Mitbürger, der vom NS-Regime verfolgt wurde, das Versteckleben aber überlebte. Otto Unger war evangelisch getauft und sah sich selbst als Deutscher und Christ — die Nationalsozialisten klassifizierten ihn nach den Nürnberger Rassegesetzen 1935 jedoch als „Volljude". Am 31. Dezember 1935 wurde er zwangspensioniert; die nächsten Jahre wurde sein Leben durch Berufsverbot, Vermögensabgaben und immer engere Verfolgung verengt. Als ihm 1944 die Deportation drohte, tauchte er unter — er versteckte sich bei mutigen Helferinnen und Helfern in Köln und überlebte das Kriegsende im Untergrund. Nach 1945 unterrichtete er noch elf Jahre lang als Lehrer und starb hochbetagt 1984. Mit der Straßenbenennung am 14. April 2005 ehrte der Bezirk Kalk auf Initiative der Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück einen lokalen Brücker Verfolgten als „wichtigen Beitrag gegen das Vergessen" — gemeinsam mit der benachbarten Peter-Hagen-Straße bildet der Otto-Unger-Weg das Brücker NS-Verfolgten-Quartier.
Quellen: