Rudolf-Breitscheid-Str.
Benannt nach Rudolf Breitscheid (1874–1944), führendem SPD-Politiker der Weimarer Republik und außenpolitischem Sprecher der SPD-Reichstagsfraktion. Breitscheid trat 1912 in die SPD ein, wechselte 1917 aus Anti-Kriegs-Haltung zur USPD, kehrte 1922 zur SPD zurück und gehörte zur deutschen Delegation beim Völkerbund. Er stimmte am 23. März 1933 mit der gesamten SPD-Fraktion gegen das Ermächtigungsgesetz (siehe Otto-Wels-Str.). Nach der Machtergreifung floh er nach Frankreich; bei der deutschen Invasion 1940 floh er weiter nach Marseille, wurde im September 1940 von der französischen Polizei verhaftet, im Februar 1941 an die Gestapo überstellt. Nach zehn Monaten Berliner Gefängnis kam er ins KZ Sachsenhausen, im September 1943 ins KZ Buchenwald — dort wurde er am 24. August 1944 bei einem alliierten Luftangriff in der „Isolierbaracke" getötet. Breitscheid gehört zu den Märtyrern der deutschen Sozialdemokratie. Die Rudolf-Breitscheid-Str. ehrt einen aufrechten Demokraten, der für seine Überzeugungen mit dem Leben bezahlte.
Quellen: