Seidmacherinnengäßchen
Trägt einen außergewöhnlichen Namen — eines der wenigen weiblichen Berufs-Straßennamen Kölns. Die „Seidmacherinnen" waren mittelalterliche Seidenstickerinnen und Seidenwebenmeisterinnen — eine vorwiegend weibliche Zunft! Die Garn- und Seidmacherinnen waren in einer eigenen Zunft (Gaffel) organisiert, was im Mittelalter sehr außergewöhnlich war: Selbstbestimmte Frauen-Handwerk-Organisationen waren selten. Köln hatte mehrere solcher Frauen-Zünfte (auch die Goldmacherinnen, Wollmacherinnen und Garnmacherinnen). Sie produzierten kostbare Seidenstoffe, gewebte Borten, Stickereien für liturgische Gewänder und repräsentative Bürgerkleidung. Mit dem Niedergang der Kölner Tuchindustrie im 16./17. Jahrhundert verschwand auch dieses Frauen-Gewerk.
Quellen: