Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Ulitzkastr.

Länge
580 m
Hausnummern
51063: ungerade 1–25, gerade 2–58
Fotografien
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Stadtteil
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Benannt nach Carl Ulitzka (1873–1953), römisch-katholischem Priester, oberschlesischem Zentrumspolitiker und Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik. Geboren in Jernau im oberschlesischen Landkreis Leobschütz, wurde Ulitzka 1897 zum Priester geweiht und ging 1910 als Pfarrer nach Ratibor-Altendorf, wo er sich für die katholische Zentrumspartei in der Kommunalpolitik einsetzte. Politisch war er die zentrale Figur des oberschlesischen Katholizismus: Reichstagsabgeordneter 1920–1933, Landeshauptmann Oberschlesiens 1922–1924, Vorsitzender des Provinzialausschusses Oberschlesiens 1922–1933, gefördert von Matthias Erzberger und Joseph Wirth. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde Ulitzka 1939 als „Förderer des Polentums" aus Schlesien ausgewiesen, war als Krankenhausseelsorger in Berlin tätig und wurde im Oktober 1944 nach dem Hitler-Attentat des 20. Juli verhaftet und ins KZ Dachau verbracht. Nach Kriegsende trat er in die CDU ein und engagierte sich für die heimatvertriebenen Oberschlesier; er starb 1953 in Ost-Berlin. Mit der Ulitzkastraße ehrt Mülheim einen aufrechten katholischen Politiker, der sowohl gegen die Nationalsozialisten als auch im sowjetisch besetzten Deutschland für seine Ideale eintrat.

Quellen:

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