Wodanstr.
Benannt nach Wodan (auch Wotan; nordgermanisch Odin), dem höchsten Gott der germanischen Mythologie. Wodan war für die meisten germanischen Stämme der oberste Gott, Vater aller Menschen und Urheber von Kultur, Dichtung, Weissagung und Kriegskunst. Er wohnte mit seinen göttlichen Söhnen auf Walhall, dem mythologischen Götterpalast (siehe Walhallstr.), wo auch die im Kampf gefallenen Krieger — die Einherjar — empfangen wurden, um beim letzten Kampf Ragnarök mitzukämpfen. Begleiter Wodans waren die zwei Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung) sowie die zwei Wölfe Geri und Freki; sein achtbeiniges Pferd hieß Sleipnir. Der Wochentag Mittwoch trägt im Englischen (Wednesday) und den skandinavischen Sprachen (onsdag) seinen Namen. Die Wodanstraße ist eine der ältesten Straßen der Brücker Göttersiedlung: sie wurde am 12. November 1925 benannt, durchquert mit über einem Kilometer das Quartier zwischen Forsbacher Straße und Walhallstraße und ist die Hauptachse, an der zahlreiche Götter-Nebenstraßen abzweigen. Den Vorschlag zur Benennung der Siedlung nach germanischen Göttern machte Dr. Keller, Vorsitzender der Siedlungsgenossenschaft, in den 1920er-Jahren — gemeint als romantische Anlehnung an die nordische Mythologie, lange vor der ideologischen Aufladung in der NS-Zeit.
Quellen: