Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Wolffsohnstr.

Länge
224 m
Hausnummern
50827: ungerade 1–23, gerade 2–24
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Stadtteil
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Erinnert vermutlich an Karl Wolffsohn (1881–1957), jüdischen Filmunternehmer aus Berlin, der in der Weimarer Zeit ein bedeutendes Kino-Imperium aufbaute — darunter zwei Lichtspielhäuser in Köln. Wolffsohn betrieb die Lichtburg-Kinos in Berlin und Essen, die Alhambra in Düsseldorf, das Olympia in Dortmund. Er war Vorbesitzer der renommierten Gartenstadt Atlantic in Berlin-Wedding. Ab 1933 wurde er, wie tausende jüdische Unternehmer, im Zuge der nationalsozialistischen „Arisierung" aus dem Wirtschaftsleben gedrängt; am 15. August 1938 verhaftete ihn die Gestapo. Erst nach Zusicherung der Enteignung und der Zusage, das Reich zu verlassen, wurde er im Februar 1939 freigelassen. Im März 1939 floh er mit seiner Frau Recha nach Palästina, wo bereits ihre beiden Söhne lebten. Ende 1949 begann Wolffsohn von Israel aus die Wiedergutmachungsverfahren für seine geraubten Kölner und Düsseldorfer Kinos; er starb 1957, bevor die meisten Verfahren abgeschlossen waren. Im Bickendorfer Cluster der NS-Opfer-Straßen (mit Bahide-Arslan-Str., Mathilde-Herz-Weg) bildet die Wolffsohnstr. eine bewusste lokale Erinnerungs-Geste an die Vertreibung der jüdischen Bürgerschaft Kölns.

Quellen: