Bickendorf liegt im Westen Kölns und gehört zum Bezirk Ehrenfeld. Rund 16.500 Menschen leben hier auf 2,3 Quadratkilometern.
Der Ort wird 1246 erstmals urkundlich erwähnt, war aber schon weit früher besiedelt – archäologische Funde belegen die germanischen Ubier mehr als tausend Jahre zuvor. Über Jahrhunderte war Bickendorf ein beschauliches Bauerndorf; Mitte des 19. Jahrhunderts hatte es nur rund 350 Einwohner und war zeitweise Sitz der Bürgermeisterei Müngersdorf. 1733 entstand die Rochuskapelle, dem Pestheiligen Rochus geweiht. 1888 wurde Bickendorf nach Köln eingemeindet.
Den rasanten Wandel brachte die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: Die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) errichtete hier ihr erstes Projekt überhaupt, die Siedlung Bickendorf I, geplant nach dem kölschen Motto „Lich, Luff un Bäumcher" – Licht, Luft und Bäume – für kinderreiche Familien mit geringem Einkommen. Es folgte die Siedlung Bickendorf II, die Rosenhofsiedlung. Beide gelten als bedeutende Beispiele des frühen sozialen Wohnungsbaus und wurden bis 2012 saniert.
Ein dunkles Kapitel: 1935 errichtete die Stadt am Güterbahnhof den „Schwarz-Weiß-Platz", ein Lager, in dem Sinti und Roma zwangsangesiedelt und später in Konzentrationslager deportiert wurden. Eine Gedenktafel erinnert daran.